Trachealkanülen Arten

Inhaltsverzeichnis

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Welche Trachealkanülen gibt es?

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Eine Trachealkanüle ist ein schlauchförmiges Hilfsmittel aus Metall oder Kunststoff, das nach einem operativen Zugang zur Luftröhre in die neu geschaffene Öffnung (Tracheostoma) eingesetzt wird. Sie stellt sicher, dass die Atemluft direkt in die Luftröhre gelangt, wenn die Atmung über Nase und Mund nicht mehr ausreichend möglich ist. Gleichzeitig übernimmt sie die Funktion, die Öffnung dauerhaft offenzuhalten und ein Zusammenziehen zu verhindern.

Vor allem nach einer Dilatationstracheotomie muss die Kanüle kontinuierlich in Position bleiben, da sich das Tracheostoma andernfalls wieder schließen kann. Kommt es zu einer Verengung, lässt sich diese durch den schrittweisen Einsatz größerer Kanülen wieder aufdehnen.

Zusätzlich zur Atemsicherung können an die Kanüle verschiedene Hilfsmittel angeschlossen werden, zum Beispiel Filter zur Anfeuchtung der eingeatmeten Luft.

Wichtige Punkte für die Praxis:

  • Regelmäßige Reinigung und hygienischer Umgang zur Vermeidung von Infektionen
  • Sekretmanagement, ggf. Absaugen und ausreichende Befeuchtung der Atemluft
  • Sichere Fixierung am Hals, um ein Verrutschen zu verhindern
  • Kontrolle eines vorhandenen Cuffs (Druck und Dichtigkeit beachten)
  • Beobachtung möglicher Komplikationen wie Verlegung, Druckstellen oder Dislokation
  • Einsatz von Sprechventilen zur Unterstützung der Kommunikation
  • Zu den verschiedenen Trachealkanülenarten zählen ungeblockte und geblockte Modelle, Sprechkanülen, Varianten mit Innenkanüle, Ausführungen aus Silber, Kanülen mit subglottischer Absaugung sowie spezielle Sonderformen für besondere Einsatzbereiche.

Trachealkanülen ohne Cuff in der außerklinischen Intensivpflege

Definition und Einsatzbereiche einer Trachealkanüle ohne Cuff

Trachealkanülen ohne Cuff werden eingesetzt, wenn weiterhin eine medizinische Indikation für ein Tracheostoma besteht, jedoch keine invasive Beatmung mit dichtem System erforderlich ist. Typische Indikationen in der außerklinischen Intensivpflege sind:

  • Trachealstenosen oder strukturelle Atemwegsverengungen
  • Erhöhte Sekretbildung mit regelmäßigem Absaugbedarf
  • Neurologische Erkrankungen mit eingeschränktem Hustenstoß
  • Weaning-Phase nach Langzeitbeatmung
  • Langzeitversorgung stabiler Patienten ohne Beatmungspflicht

Im Gegensatz zu geblockten Kanülen ermöglichen cufflose Modelle eine physiologischere Atmung über die oberen Atemwege, sofern dies vom Patienten toleriert wird.

Trachealkanülen ohne Cuff in der außerklinischen Intensivpflege

Definition und Einsatzbereiche einer Trachealkanüle ohne Cuff

Trachealkanülen ohne Cuff werden eingesetzt, wenn weiterhin eine medizinische Indikation für ein Tracheostoma besteht, jedoch keine invasive Beatmung mit dichtem System erforderlich ist. Typische Indikationen in der außerklinischen Intensivpflege sind:

  • Trachealstenosen oder strukturelle Atemwegsverengungen
  • Erhöhte Sekretbildung mit regelmäßigem Absaugbedarf
  • Neurologische Erkrankungen mit eingeschränktem Hustenstoß
  • Weaning-Phase nach Langzeitbeatmung
  • Langzeitversorgung stabiler Patienten ohne Beatmungspflicht

Im Gegensatz zu geblockten Kanülen ermöglichen cufflose Modelle eine physiologischere Atmung über die oberen Atemwege, sofern dies vom Patienten toleriert wird.

Funktionen und pflegerische Bedeutung

Trachealkanülen ohne Cuff bieten in der täglichen Pflegepraxis mehrere wichtige Funktionen:

  • Offenhalten des Tracheostomas (Platzhalterfunktion)
    Verhindert das Kollabieren des künstlichen Atemwegs und sichert den Zugang.
  • Zugang zur Atemwegspflege
    Ermöglicht effektives Absaugen von Sekret aus den unteren Atemwegen – ein zentraler Bestandteil der Atemwegsmanagement-Pflege.
  • Sauerstoffgabe
    Sauerstoff kann appliziert werden, jedoch mit Vorsicht:
    → Wichtiger Pflegehinweis: Erhöhtes Risiko für Austrocknung der Schleimhäute – daher konsequente Befeuchtung erforderlich.
  • Eingeschränkte Beatmungsmöglichkeit
    Eine Notfallbeatmung (z. B. mit Beatmungsbeutel) ist möglich, jedoch nur eingeschränkt effektiv aufgrund von Leckage.
  • Leckage-Beatmung
    Spontanatmung mit Luftstrom entlang der Kanüle ist möglich – wichtig in der Weaning-Phase.
  • Kommunikation und Lebensqualität
    Einsatz von:
    • Sprechventilen
    • sogenannten „feuchten Nasen“ (HME-Filter)

→ verbessert Sprache, Luftbefeuchtung und Partikelfilterung

Für Pflegekräfte und Patienten ergeben sich klare Vorteile:

Vorteile in der außerklinischen Intensivpflege

  • Förderung der Spontanatmung und Rehabilitation
  • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit
  • Höherer Patientenkomfort im Vergleich zu Cuff-Kanülen
  • Reduziertes Risiko von Trachealschleimhautschäden durch Cuffdruck
  • Unterstützung beim Weaning-Prozess

Wichtige pflegerische Aspekte und Risiken

In der häuslichen Intensivpflege ist besondere Aufmerksamkeit erforderlich:

Schulung von Angehörigen
Besonders relevant im ambulanten Setting: Anleitung zu Notfallmaßnahmen und Kanülenpflege

Aspirationsrisiko beachten
Kein Schutz durch Cuff → sorgfältige Indikationsstellung und Beobachtung

Sekretmanagement optimieren
Regelmäßiges Absaugen und Atemtherapie sind essenziell

Befeuchtung sicherstellen
Einsatz von HME-Filtern oder aktiver Befeuchtung zur Vermeidung von Schleimhautreizungen

Patientenbeobachtung
Achte auf:

  • Atemarbeit
  • Sättigung
  • Sekretmenge und -konsistenz

Schulung von Angehörigen
Besonders relevant im ambulanten Setting: Anleitung zu Notfallmaßnahmen und Kanülenpflege

Trachealkanülen mit oder ohne Innenkanüle („Seele“) in der außerklinischen Intensivpflege

trachealkanuelen arten - Trachealkanülen Arten - Lebenswerk Pflegedienst Düsseldorf

Trachealkanülen – sowohl mit Cuff als auch ohne Cuff – sind als Systeme mit oder ohne Innenkanüle (auch „Seele“ genannt) erhältlich. Sie bestehen aus:

  • Außenkanüle (AK) – verbleibt dauerhaft im Tracheostoma
  • Innenkanüle (IK) – herausnehmbarer Einsatz zur Reinigung oder zum Austausch

Je nach Ausführung gibt es Varianten:

  • Trachealkanülen gefenstert (mit Öffnung) → ermöglicht Luftstrom über die oberen Atemwege
  • Trachealkanülen ungefenstert → für sichere Beatmung ohne Leckage
  • gesiebt/gefenstert in Kombination mit Sprechventilen → zur Förderung der Kommunikation

Diese Systeme spielen eine zentrale Rolle im Atemwegsmanagement der außerklinischen Intensivpflege.

Vorteile von Trachealkanülen mit Innenkanüle


Für Pflegekräfte bieten Innenkanülen im Alltag deutliche Vorteile:

Zeitersparnis in der Pflegepraxis
→ Innenkanüle kann entfernt werden, ohne die gesamte Kanüle wechseln zu müssen

Einfache Reinigung und schneller Austausch
→ Besonders wichtig bei zäher oder vermehrter Sekretbildung

Reduziertes Risiko der Verlegung (Verkrustung)
→ Minimiert Notfallsituationen und ungeplante Kanülenwechsel

Flexibilität im Einsatz
→ Unterschiedliche Innenkanülen für verschiedene Situationen, z. B.:

  • Sprechen (bei gefensterten Systemen)
  • Beatmung
  • Sekretmanagement

Zeitersparnis in der Pflegepraxis
→ Innenkanüle kann entfernt werden, ohne die gesamte Kanüle wechseln zu müssen

Nachteile und Risiken in der Pflegepraxis

Der entscheidende Nachteil betrifft die Verengung des Lumens (Innendurchmesser):

  • Erhöhter Atemwegswiderstand
    • Bei Spontanatmung → mehr Atemarbeit für den Patienten
    • Bei Beatmung → erschwerte Exspiration
  • Gefahr von Airtrapping (Lungenüberblähung)
    → Besonders relevant bei beatmeten Patienten, da die Ausatmung behindert sein kann
  • Klinisch relevante Folgen
    • Erhöhte Atemanstrengung
    • CO₂-Retention
    • Verschlechterung der Beatmungsparameter

Wichtiger Pflegehinweis: Einfluss auf den Innendurchmesser

Ein zentraler Punkt für die Praxis:

Die Innenkanüle verkleinert den effektiven Durchmesser der Trachealkanüle um ca. 1–1,5 mm.

Beispiel:

  • Außenkanüle (ID): 8 mm
  • Mit Innenkanüle → effektiver ID: ca. 6,5–7 mm

Bedeutung für die Pflege:

  • Höherer Atemwiderstand berücksichtigen
  • Engmaschige Beobachtung bei:
    • Dyspnoe
    • erhöhter Atemfrequenz
    • Unruhe oder Erschöpfung

Systemvarianten in der außerklinischen Intensivpflege

Je nach Hersteller und Versorgungssituation gibt es unterschiedliche Systeme:

flexible Innenkanülen („um die Ecke“)
→ besonders bei anatomischen Besonderheiten oder Langzeitversorgung relevantdeutung. Wir stehen an deiner Seite – transparent und individuell.

Flexible Nutzung (mit oder ohne Innenkanüle)
→ wenn der 15-mm-Konnektor an der Außenkanüle sitzt

Pflicht zur Nutzung der Innenkanüle
→ wenn der Konnektor an der Innenkanüle angebracht ist

Mehrteilige Systeme
→ verschiedene Innenkanülen je nach Bedarf (z. B. Sprechkanüle, Beatmungskanüle)

Spezielle Bauformen

  • geknickte Kanülen
  • flexible Innenkanülen („um die Ecke“)
    → besonders bei anatomischen Besonderheiten oder Langzeitversorgung relevant

Relevanz für die außerklinische Intensivpflege

Für Pflegefachkräfte ergeben sich zentrale Aufgaben:

  • Regelmäßige Kontrolle und Reinigung der Innenkanüle
  • Beurteilung der Atemarbeit und Toleranz
  • Anpassung des Systems an die aktuelle Patientensituation
  • Früherkennung von Komplikationen (z. B. Verlegung, Atemerschöpfung)
  • Anleitung von Angehörigen im Umgang mit InnenkanülenInformationsseiten & Dokumente zur Intensivpflege, Beatmung &
    Pflegekosten

Trachealkanüle: verstellbares oder bewegliches Kanülenschild (Flansch)

Das Kanülenschild (auch Flansch oder Halteplatte genannt) ist ein zentrales Bauteil der Trachealkanüle und spielt eine entscheidende Rolle für:

  • Tragekomfort des Patienten
  • Stabilität der Kanülenlage
  • Druckverteilung auf die Haut
  • Sicherheit im Alltag und bei Mobilisation

Gerade in der außerklinischen Intensivpflege ist ein gut angepasstes Kanülenschild essenziell, um Druckstellen, Schmerzen und Fehlpositionen zu vermeiden.

Bewegliche und flexible Kanülenschilder

Die meisten modernen Trachealkanülen verfügen über:

  • Flexible, bewegliche Flansche
  • Anpassungsfähigkeit an Halsbewegungen und Lagerung
  • Reduktion von Druck- und Scherkräften

Vorteil für die Pflege:

  • Weniger Hautirritationen
  • Besserer Sitz auch bei unruhigen oder mobilen Patienten
  • Erleichterung bei Lagerungsmaßnahmen

In der Regel sind diese Schilder fest mit dem Kanülenkörper verbunden, aber aus flexiblem Material gefertigt.

Verstellbare Kanülenschilder: Individuelle Anpassung

Einige spezielle Trachealkanülen bieten die Möglichkeit, das Kanülenschild entlang des Kanülenkörpers zu verschieben.

Vorteile:

  • Individuelle Anpassung an die Anatomie
  • Optimierung der extratrachealen Position
  • Anpassung bei:
    • Adipositas
    • anatomischen Besonderheiten
    • tief liegendem Tracheostoma
  • Veränderung der intratrachealen Länge möglich

Wichtiger Pflegeaspekt:
Die eingestellte Position muss immer in der Pflegedokumentation festgehalten werden, um:

  • Fehllagen zu vermeiden
  • eine sichere Versorgung im Team zu gewährleisten

Beispiel: TracheoFlex Extra

Diese Kanüle zeichnet sich aus durch:

  • Keinen festen Krümmungswinkel
  • Variable Positionierung des Kanülenschilds
  • Anpassbare intra- und extratracheale Länge

Besonders geeignet für:

  • Langzeitversorgung
  • komplexe anatomische Situationen
  • individuelle Anpassung im häuslichen Setting

Bewegliches System mit Kardan-Gelenk

Ein weiterer technischer Ansatz ist die Entkopplung von äußeren Kräften auf die Kanüle.

Beispiel: Servox Rota Tube

Merkmale:

  • Kardan-Gelenk zwischen:
    • 15-mm-Normkonnektor
    • Kanülenschild

Vorteil:

  • Bewegungen von:
    • Beatmungsschläuchen
    • Tubusverlängerungen
    • Lagerung

werden nicht direkt auf die Trachea übertragen

Besonders relevant bei:

  • beatmeten Patienten
  • häufigen Lagerungswechseln
  • Verwendung starrer Trachealkanülen

Relevanz für die außerklinische Intensivpflege

Für Pflegefachkräfte ergeben sich wichtige Aufgaben:

  • Kontrolle des Sitzes und der Position des Kanülenschilds
  • Vermeidung von Druckstellen und Hautschäden
  • Dokumentation bei verstellbaren Systemen
  • Beobachtung bei Lageveränderungen (z. B. Mobilisation)
  • Sicherstellung der Schlauchführung bei Beatmung

Risiken und pflegerische Aufmerksamkeitspunkte

  • Fehlposition der Kanüle bei falsch eingestelltem Flansch
  • Druckulzera im Halsbereich
  • Zugbelastung durch Beatmungssysteme
  • Unbemerkte Lageveränderungen bei fehlender Dokumentation

Relevante Punkte, die viel gefragt werden:

  • Trachealkanüle Kanülenschild
  • Flansch Tracheostoma Pflege
  • verstellbare Trachealkanüle
  • außerklinische Intensivpflege Tracheostoma
  • Trachealkanüle Anpassung Anatomie
  • Beatmungsschlauch Zugbelastung vermeiden
  • Tracheostoma Druckstellen Pflege
  • flexible Trachealkanüle

Sprechen mit Trachealkanüle – Voraussetzungen, Möglichkeiten und Pflegepraxis

Wie ist das Sprechen mit einer Trachealkanüle möglich? Damit ein Patient mit Trachealkanüle sprechen kann, muss die Ausatemluft über den Kehlkopf und die Stimmbänder geleitet werden.

Das bedeutet:
Die Luft darf nicht vollständig über die Kanüle entweichen, sondern muss den natürlichen Weg über Mund und Nase nehmen.

Voraussetzungen für das Sprechen mit Trachealkanüle

In der außerklinischen Intensivpflege müssen folgende Bedingungen erfüllt sein:

  • Cuff entblockt oder
  • Trachealkanüle ohne Cuff
  • Optional:
    • gefensterte oder gesiebte Kanüle (ermöglicht Luftstrom Richtung Kehlkopf)
  • Einsatz eines Sprechventils
    → lässt Luft einatmen über die Kanüle,
    → zwingt Luft beim Ausatmen über die oberen Atemwege
  • Ausreichender Luftstrom um die Kanüle herum
  • Abdichtung eines großen Tracheostomas, z. B. durch:
    • Trachealkompressen
    • Hydrokolloidverbände

Funktion eines Sprechventils

Ein Sprechventil ist ein zentrales Hilfsmittel im Atemwegsmanagement:

  • Öffnet sich bei der Inspiration
  • Schließt sich bei der Exspiration
  • Lenkt die Ausatemluft gezielt über:
    • Kehlkopf
    • Stimmbänder
    • Mund/Nase

Das Ergebnis: Die Phonation (Stimmgebung) wird möglich.

Vorteile für Patienten und Pflege

Der Einsatz eines Sprechventils bietet mehrere wichtige Effekte:

  • Verbesserte Kommunikation
  • Steigerung der Lebensqualität und Selbstbestimmung
  • Unterstützung der Schluckfunktion
  • Förderung der natürlichen Atemphysiologie

Zusätzlich möglich:

  • Bessere Atemluftbefeuchtung bei Nutzung der oberen Atemwege
  • Verbesserte Husteneffektivität

Wichtige pflegerische Aspekte und Risiken

Fenster, Sieb und Kanülendesign

Trachealkanülen können Öffnungen haben:

  • Fenster (einzelne Öffnung)
    • Risiko: Irritation der Tracheahinterwand beim Absaugen
  • Doppelfenster
    • reduziert Risiko des Hängenbleibens von Absaugkathetern
  • Sieb (mehrere kleine Öffnungen)
    • Risiko: schnelleres Verlegen durch Sekret

Wichtig für die Pflege:

  • Lagekontrolle (endoskopisch empfohlen)
  • Sicherstellen, dass Öffnungen in der Trachea liegen
  • Vermeidung von Gewebeeinwuchs

Sprechen bei Spontanatmung

In der Praxis am häufigsten:

  • Sprechventil auf 15-mm-Normkonnektor aufsetzen
  • Alternativ:
    • Innenkanülen mit integriertem Sprechventil

Besonders relevant im Weaning-Prozess und bei stabilen Patienten

Sprechen mit Trachealkanüle unter Beatmung

1. Mit entblockter Kanüle

  • Luft entweicht teilweise über den Kehlkopf
  • Sprechen während der Inspiration möglich

Optimierung durch Beatmungseinstellungen:

  • längere Inspirationszeit
  • angepasster Druck

2. Mit geblockter Kanüle (Spezialsysteme)

Beispiel: Blom Tracheostomy Tube

Funktionsweise:

  • Inspiration: Luft strömt über Innenkanüle in die Lunge
  • Exspiration: Luft wird über Fenster Richtung Kehlkopf geleitet

Ermöglicht Sprechen trotz geblocktem Cuff.

Wichtiger Hinweis zur Beatmung

Bei Verwendung von Sprechsystemen:

  • Erhöhter Atemwegswiderstand beachten
  • Anpassung notwendig:
    • Inspirationsdruck erhöhen oder
    • besser: volumenkontrollierte Beatmung

Ziel: ausreichendes Atemvolumen sicherstellen

Sonderfall: Patienten nach Kehlkopfentfernung

Bei Patienten nach Laryngektomie gelten andere Voraussetzungen:

  • Sprechen nur möglich mit:
    • Stimmprothese (z. B. Shunt-Ventil)
  • Sprechventile funktionieren hier anders

Wichtig:
Sprechventil niemals einsetzen, wenn keine funktionierende Stimmprothese vorhanden ist

Wichtige Vorsichtsmaßnahmen in der Pflege

  • Einsatz nur nach ärztlicher Verordnung
  • Nur bei:
    • entblockter Kanüle oder
    • geeigneter Kanülenform
  • Keine Anwendung bei Ateminsuffizienz
  • HME-Filter wirken nicht während Nutzung
  • Engmaschige Überwachung von:
    • Atmung
    • Sättigung
    • Belastung

Relevanz für die außerklinische Intensivpflege

Pflegefachkräfte übernehmen eine zentrale Rolle:

  • Anleitung im Umgang mit Sprechventilen
  • Beobachtung der Atemmechanik
  • Förderung der Kommunikation
  • Unterstützung im Weaning-Prozess
  • Schulung von Angehörigen

Platzhalter und Stoma-Button in der Tracheostomaversorgung – Anwendung, Unterschiede und pflegerische Relevanz

image - Trachealkanülen Arten - Lebenswerk Pflegedienst Düsseldorf
image 1 - Trachealkanülen Arten - Lebenswerk Pflegedienst Düsseldorf
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Grundlagen und Indikation

Platzhalter und sogenannte Stoma-Buttons stellen spezielle Versorgungsoptionen für Patienten mit Tracheostoma dar, bei denen keine dauerhafte Trachealkanüle mehr erforderlich ist, das Tracheostoma jedoch gezielt offen gehalten werden muss. Diese Situation tritt insbesondere in der außerklinischen Intensivpflege häufig im Rahmen der Dekanülierungsphase oder nach bestimmten Tracheotomieverfahren auf.

Ein klassisches Beispiel ist die Punktionstracheotomie, bei der die Tracheostomaöffnung ohne eingesetzte Kanüle dazu neigt, sich innerhalb kurzer Zeit spontan zu verschließen. Auch bei Patienten, die sich in einer fortgeschrittenen Weaning-Phase befinden oder bereits stabil spontan atmen, kann es notwendig sein, einen sicheren Zugang zur Trachea vorübergehend zu erhalten, etwa um im Notfall rasch wieder eine Kanüle einführen zu können.

Darüber hinaus ist ein intermittierender Einsatz möglich: Das bedeutet, dass Platzhalter oder Stoma-Buttons im Wechsel mit einer Trachealkanüle verwendet werden – beispielsweise tagsüber ohne Kanüle zur Förderung der physiologischen Atmung und nachts mit Kanüle zur Sicherung der Atemwege.

Platzhalter: Aufbau, Funktion und pflegerische Besonderheiten

Ein typischer Vertreter ist der Tracheo-Safe, der konstruktiv aus einem kurzen Kanülenanteil besteht, welcher distal in eine halbschalenförmige Struktur übergeht. Diese Halbschalen sind anatomisch an die Trachea angepasst und legen sich beim Einführen an die Innenwand der Luftröhre an.

Ein wesentliches Funktionsprinzip dieses Systems besteht darin, dass der Exspirationsdruck – insbesondere beim Husten – die Halbschalen gegen die Trachealwand presst. Dadurch stabilisiert sich der Platzhalter selbstständig im Stoma und ein zusätzliches Halteband ist bei gutem Sitz häufig nicht erforderlich. Dies stellt einen klaren Vorteil im Hinblick auf Tragekomfort und Hautschutz dar.

Ein weiterer relevanter Aspekt für die Pflegepraxis ist die atraumatische Entfernbarkeit: Durch gezielten Zug von außen klappen die Halbschalen ein, wodurch sich der Platzhalter schonend entfernen lässt. Dies reduziert das Risiko von Schleimhautverletzungen erheblich und ist insbesondere bei empfindlichen oder frisch abgeheilten Stomata von Bedeutung.

Durch ein häufig verstellbares Kanülenschild kann zudem die Lage individuell angepasst werden, was sowohl den Sitz als auch die Druckverhältnisse im Bereich des Stomas positiv beeinflusst.

Stoma-Button: Eigenschaften, Einsatz und Risiken

Eine alternative Versorgungsform stellt der Stoma-Button dar. Dieser besteht in der Regel aus weichem, flexiblem Silikon und ist so konzipiert, dass er durch einen inneren Wulst im Tracheostoma gehalten wird.

Im Vergleich zum Platzhalter wirkt der Stoma-Button deutlich weniger invasiv und diskreter, was ihn besonders für Patienten geeignet macht, die sich bereits in einer stabilen Phase ohne Beatmungsbedarf befinden und großen Wert auf Komfort und Alltagstauglichkeit legen.

Allerdings ergibt sich aus dem Haltemechanismus auch ein potenzieller Nachteil: Der Wulst kann mechanischen Druck auf den Stomarand ausüben und dadurch Reizungen, Druckstellen oder sogar Schleimhautverletzungenverursachen. In der Folge kann es zur Bildung von Granulationsgewebe kommen, was wiederum die Versorgung erschwert und zu Komplikationen führen kann.

Aus pflegerischer Sicht ist daher eine regelmäßige und sorgfältige Inspektion des Stomas zwingend erforderlich, insbesondere im Hinblick auf:

  • Rötungen
  • Druckstellen
  • Sekretveränderungen
  • Gewebewucherungen

Optional kann ein Halteband verwendet werden, wobei dies individuell abhängig von Sitz und Patientenkomfort entschieden werden sollte.

Klinische und pflegerische Abwägung

Die Entscheidung zwischen Platzhalter und Stoma-Button sollte stets individuell und situationsabhängig getroffen werden. Während Platzhalter eher für Übergangsphasen mit höherem Sicherheitsbedarf geeignet sind, bieten Stoma-Buttons Vorteile in der Langzeitversorgung stabiler Patienten.

Für die Praxis bedeutet dies:

  • Einschätzung der Atemwegssicherheit
  • Bewertung der Stomastabilität
  • Beobachtung der Sekretverhältnisse
  • Berücksichtigung von Patientenkomfort und Lebensqualität

Ein entscheidender Punkt ist zudem die Frage der Notfallzugänglichkeit: In Situationen mit erhöhtem Risiko für eine erneute Kanülierung kann ein Platzhalter gegenüber einem Stoma-Button Vorteile bieten.

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